Gleichstellungsbeauftragte aus dem Kreis Mettmann treffen sich zur Konferenz im Haaner Rathaus
Gestern trafen sich die Gleichstellungsbeauftragten der kreisangehörigen Städte sowie des Kreises Mettmann im Sitzungssaal des Haaner Rathauses. Im Mittelpunkt der Maikonferenz stand die 29. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands (BuKo), die kürzlich mit mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Lübeck stattfand. Unter dem Motto „Kurs halten in antifeministischen Gewässern“ diskutierten die Delegierten über aktuelle Herausforderungen der Gleichstellungspolitik und die Auswirkungen antifeministischer Entwicklungen auf Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Auch Vertreterinnen aus dem Kreis Mettmann nahmen an der Bundeskonferenz teil und stimmten über mehr als 30 Anträge ab. Die verabschiedeten Beschlüsse formulieren unter anderem Forderungen nach einer stärkeren Unterstützung von Alleinerziehenden und Familien, nach sicheren und gesunden Geburten, mehr Steuergerechtigkeit sowie dem konsequenten Schutz vor Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Zudem wurde das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper bekräftigt.
Neben der Antragsberatung standen die Wahl neuer Bundessprecherinnen sowie insgesamt 17 Fachforen zu zentralen Themen der Gleichstellungspolitik auf dem Programm. In einem digitalen Grußwort betonte Bundesfrauenministerin Karin Prien die Bedeutung des gemeinsamen Engagements gegen frauenfeindliche Entwicklungen in Gesellschaft, Politik und Medien. Sie sicherte den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten dabei ihre Unterstützung zu.
Aminata Touré, Landesministerin für Gleichstellung in Schleswig-Holstein kam zu Eröffnung der 29. Bundeskonferenz nach Lübeck und brachte die Botschaft mit: „Mich nerven politische Räume, in denen mehrheitlich Männer über die Geschicke dieses Landes entscheiden. Mich nerven Debatten, die aberkennen, dass wir immer noch nicht vollends gleichberechtigt sind. Mich nervt, dass Frauen immer noch zu oft Gewalt von ihren Partnern und Ex-Partnern erleiden müssen. Nein, das ist zu seicht formuliert, es macht mich wütend.“
Begleitet wurde die Konferenz von einer feministischen Demonstration unter dem Motto „Wir sind wütend“. Rund 700 Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte sowie Unterstützerinnen und Unterstützer aus Lübeck setzten damit ein Zeichen gegen Diskriminierung, Gewalt gegen Frauen und fehlende Geschlechtergerechtigkeit.
Elke Sasse, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Lübeck und Gastgeberin der Bundeskonferenz, unterstrich in ihrem Grußwort die Bedeutung solidarischer Netzwerke und des gemeinsamen Engagements gegen jede Form geschlechtsbezogener Diskriminierung. Diesen Auftrag nehmen auch die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Mettmann mit in ihre weitere Arbeit.
An der Kreiskonferenz nahm außerdem Lea Blass und Delal Kolanc von Sag´s e.V. teil. Sie stellten die Arbeit des Vereins für Kinder und Jugendliche vor, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Im Mittelpunkt standen die Unterstützung- und Beratungsangebote des Vereins sowie die Bedeutung niederschwelliger Hilfsangebote und eines starken regionalen Netzwerkes im Umgang mit sexualisierter Gewalt.
Foto (Stadt Haan): erste Reihe unten: Lea Blass, Sag´s e.V. (links) Nicole Krengel, Stadt Haan (Mitte) Larissa Hilverkus, Stadt Velbert (rechts) zweite Reihe: Delal Kolanc, Sag´s e.V. (links), Franca Calvano, Stadt Wülfrath (Mitte) Kristen Max, Stadt Hilden (Mitte), Jana Lihl, Kreis Mettmann (rechts), letzte Reihe: Regina Konrad, Stadt Monheim (links), Veronika Kautz, Stadt Heiligenhaus (Mitte), Laura Kirschey, Stadt Mettmann (rechts)