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Integriertes Handlungskonzept

Integriertes Handlungskonzept Innenstadt Haan

Unterstützt durch das Kölner Planungsbüro Stadt- und Regionalplanung Doktor Jansen hat die Stadt Haan ein Integriertes Handlungskonzept für die Haaner Innenstadt erarbeitet. In diesem Konzept werden Projekte und Maßnahmen für eine positive Entwicklung der Innenstadt formuliert. Das Integrierte Handlungskonzept ist auch eine notwendige Voraussetzung zur Erlangung öffentlicher Städtebauförderungsmittel.

Die Stadt Haan legt großen Wert auf die Beteiligung der Bürgerschaft bei der Erarbeitung des Gesamtkonzepts für die Innenstadt. In den letzten Jahren haben wir hierzu verschiedene Veranstaltungen angeboten. Eine Aufgabe des Planungsbüros Doktor Jansen war es dabei, durch den Blick von außen und durch fachlichen Input Diskussionen anzuregen und die Sichtweisen und Ideen der Beteiligten aufzunehmen.

In der ersten Innenstadtkonferenz im Juni 2014 hat das Kölner Büro zunächst über die Planungsabsichten informiert. Im Anschluss hatten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, an fünf Themenständen Ihre Sicht zu Stärken und Schwächen, zum Handlungsbedarf und Wünschen, mit Vertretern des Büros und der Verwaltung zu diskutieren. Bereits zuvor erfolgte die Befragung wichtiger Institutionen sowie Expertinnen und Experten der Haaner Innenstadt im Rahmen von Werkstattgesprächen.

Im November 2014 fand der „Planungstag Innenstadt“ statt. In drei parallel ablaufenden moderierten Workshops konnten die Teilnehmer Projektideen zu den Themenfeldern „Neuer Markt und Einzelhandel, Standortentwicklung Windhövel“, „Rathauskurve, Stadteingänge, Alter Markt, Landesfinanzschule“ und „Leitbild Gartenstadt, Grünflächen und Stadtgestaltung“ erörtern.

In der zweiten Innenstadtkonferenz im April 2015 wurden die Ergebnisse der 1. Innenstadtkonferenz und des „Planungstags Innenstadt“ sowie die daraus hergeleiteten konkreten Maßnahmenvorschläge und Projekte vorgestellt. Anschließend waren die Teilnehmer erneut eingeladen, an unterschiedlichen Themenständen zu den vorgestellten Maßnahmen ihre Anregungen und Änderungswünsche einzubringen.

Der Rat der Stadt Haan hat in seiner Sitzung am 17.11.2015 das Integrierte Handlungskonzept Innenstadt Haan in der Fassung vom 06.11.2015 als städtebauliches Entwicklungskonzept gem. § 171b Absatz 2 Baugesetzbuch (BauGB) beschlossen. In gleicher Sitzung wurde als Stadtumbaugebiet gemäß § 171b Absatz 1 BauGB der im Lageplan dargestellte Bereich der Innenstadt festgelegt.

Städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb

Der Städtebaulich-freiraumplanerische Wettbewerb bildet einen Projektbaustein der langfristigen Handlungsstrategie des von der Stadt Haan zur Aufwertung der Innenstadt im Jahr 2015 beschlossenen Integrierten Handlungskonzepts Innenstadt Haan.

Ziel des nach der Richtlinie für Planungswettbewerbe durchgeführten Wettbewerbs waren zum einen alternative Ideen und Konzepte für die öffentlichen Platz- und Straßenflächen, den öffentlichen Raum und die Vernetzung der Grünflächen. Zudem sollte unter den Preisträgern ein geeigneter Auftragnehmer für die zu vergebenen Leistungen der weiteren Planung der Innenstadt gefunden werden. Auf die EU-weite Bekanntmachung bewarben sich 26 Bewer-berinnen / Bewerber / Bewerbergemeinschaften zur Teilnahme am Wettbewerb. Von diesen wurden sieben qualifizierte Planungsbüros aufgefordert, ihre Gestaltungsideen für den Innenstadtbereich bis Ende Oktober zu entwickeln. Alle 7 Teilnehmer/innen haben fristgerecht ihre Arbeiten abgegeben.

Ende 2017 fand im Forum Haan ganztägig die Preisgerichtssitzung statt. Das Preisgericht setzte sich aus ausgewiesenen Fachleuten auf dem Gebiet des Städtebaus und der Landschaftsarchitektur sowie Vertretern von im Stadtrat vertretenen Parteien zusammen.

Das Preisgericht hat einstimmig folgende Preise vergeben:

1. Preis KRAFT.RAUM. Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung
2. Preis bbz landschaftsarchitekten berlin gesellschaft mit beschränkter haftung
3. Preis Bewerbergemeinschaft RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten mit De Zwarte Hond

Anfang 2018 wurden die Preisträgerarbeiten in einer Sonderausstellung in der Stadt-Sparkasse Haan ausgestellt.

In einer Dokumentation zum Wettbewerb werden alle Wettbewerbsarbeiten und viele weitere Informationen wie die Begründung des Preisgerichts zusammengestellt.

Objektplanung für die Freianlagen und Verkehrsanlagen im Stadtumbaugebiet

Im Anschluss an den Planungswettbewerb wurde mit den Preisträgern ein Verhandlungsverfahren über die Vergabe der Objektplanung der Freianlagen- und Verkehrsanlagen in der Innenstadt durchgeführt. Den Zuschlag hat das Ingenieurbüro KRAFT.RAUM., der 1. Preisträger des Planungswettbewerbs im September 2018 erhalten.

Die Objektplanung beinhaltet eine umfassende Planung von den ersten Skizzen über die Ausführungsplanung, Vergabe und Objektüberwachung bis zur Übergabe einer Dokumentation des fertiggestellten Bauwerks. Derzeit werden die Teilmaßnahmen Park Ville d’Eu, Alter Kirchplatz und Alter Markt des Integrierten Handlungskonzepts Innenstadt Haan in verschiedenen Projektphasen vertieft bearbeitet.

Neues Innenstadtbüro für Haan

Das Innenstadtbüro Haan ist ebenfalls Bestandteil des Integrierten Handlungskonzeptes für die Innenstadt. Im Frühjahr 2020 hat das Citymanagement-Team des Büros Stadt und Handel seine Arbeit aufgenommen. Es unterstützt die Stadt bei der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes und ist Ansprechpartner für die Förderprogramme Fassadenprogramm und Verfügungsfonds.

Weitere Informationen hierzu erhalten Sie auf der Homepage des Innenstadtbüros.

Informationen über aktuelle bauliche Maßnahmen

Maßnahme Alter Kirchplatz

Der Auftakt zu “Neue Plätzen für Haan” – Der Alte Kirchplatz
“Ein neues Entrée in Haan entsteht”

Um einen definierten städtischen Aufenthaltsbereich für alle Haaner und Gäste zu schaffen, der sich auf den alten Kirchenstandort konzentriert, wird der alte Kirchenumgriff von Hochbeeten umstellt.

Um die Besonderheit des Platzes zu unterstreichen, wird der Kirchplatz aus einem Natursteinpflaster errichtet. Der Belag hebt sich in Form, Materialität und Farbe von dem neu eingebauten Gehwegbelag ab.

Der Platzbereich wird durch Lichtstelen beleuchtet, die in regelmäßigen Abständen um den Platz herum angeordnet sind. Der ehemalige Kirchenumgriff wird durch ein ebenerdiges, in den Boden eingelassenes Lichtband erkennbar gemacht. Bei den Hochbeeten handelt es sich um Stahleinfassungen, die farbbeschichtet sind. Entlang der Beete befinden sich Sitzmöglichkeiten.

Maßnahme Alter Markt

Auf dem Alten Markt - Ein Stadtkarussell für Haan!

Städtebaulich mit Blickachse in Richtung der Haaner Kirche gelegen, bietet der Alte Markt einen zentralen Treffpunkt. Cafés und Einzelhandel reihen sich hier in gemütlicher Atmosphäre auf, während das Wasserplätschern des zentralen Brunnens die Kaiserstraße übertönt.

An diesem Ort mit ornamentartiger Natursteinpflasterfläche entsteht ein neues Merkzeichen in Haan. Angelehnt an das jetzt schon vorhandene Kinderkarussell und vor dem Hintergrund der Haaner Kirmes kam es zur Vision eines „Karussells für Haan“ das ganze Jahr über.

Als Augenmerk zentral an der oberen Kante des Alten Marktes gelegen, bringt das Karussell mit seinem Baldachin eine neue Note auf den Platz. Diese Musik entsteht durch das Spiel der Kinder und die Bewegung der Kubatur des Karussells an sich. Das Schattenspiel auf dem Boden durch die Sonne und die Beleuchtung in der Nacht bringt ebenso eine Lebendigkeit.

Optisch wird das Karussell sich nahtlos in die Stadtlandschaft einfügen, technisch wird es auf dem neuesten Stand der Technik sein. Das Stadtkarussell wird einen ungefähren Durchmesser von 1,5 Meter und eine Höhe von circa 3,0 Metern haben. Das Kegeldach schützt vor allzu starkem Regen oder sengender Sommersonne. Mit dem an der Achse angebrachten Handteller kommt man schnell in Schwung; damit es ein Spaß für alle Altersklassen ist, wird ein vom Hersteller selbstentwickeltes Bremssystem installiert sein.

Haans neues Stadtkarussell wird selbstverständlich nach den geltenden Sicherheitsnormen der DIN EN 1176 entwickelt und von der DEKRA abgenommen.

Erneuerung des Park Ville d'Eu

Aufgrund der Bedeutung des Parks für Bevölkerung und Stadt damals wie heute und mit einer „Torfunktion“ zur Innenstadt, wurde entschieden, den Park Ville d'Eu als ersten Bauabschnitt im Innenstadtkonzept umzusetzen.

1926 wurde das Gelände durch Frau Geheimrat Jung der Stadt unentgeltlich mit der Zweckbindung als öffentliche Grünanlage überlassen. Damit ist es die älteste Parkanlage der Stadt.
Im selben Jahr noch wurde Walter Baron von Engelhardt, Gartenbaudirektor in Düsseldorf, mit einer Entwurfsplanung beauftragt. 1927 erfolgte ein Teilausbau ohne das geplante Wasserbecken und den Spielplatz wegen Geldnot der Stadt.
Der Planungsgrundsatz stellte die sozial-kulturelle Aufgabe dar: Eine puristische, gradlinige Anlage mit Promenade und Pavillon als zentralem Punkt, der optisch und akustisch von jedem Ort im Park wahrnehmbar sein sollte.
Es wurden Konzerte und Sportvorführungen dargeboten, sehen und gesehen werden war das Motto beim Sonntäglichen Flanieren.
Zur Kaiserstraße hin wurde die Kaisereiche mit Blickverbindung zum ehemaligen Kaiserdenkmal in der Straßenmitte gepflanzt.
1982 zum 15-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Eu, wurde aus der „Anlage an der Königstraße“ der Name „Park Ville d'Eu“ aus der Taufe gehoben.
Im Jahr 2000 erfolgte durch die Landesdenkmalbehörde die Eintragung des Parks in die Liste der Gartenarchitektonischen Zeugnisse der 1920er Jahre.
Bis heute ist die Anlage in der Bevölkerung nicht zuletzt als Veranstaltungsort mit besonderem Ambiente beliebt.

Bei der jetzt laufenden Erneuerung werden die Wege ertüchtigt, Bepflanzung ergänzt und eine zeitgemäße Infrastruktur geschaffen. Ein Gesamtkonzept in barrierearmer Bauweise mit durchgängiger Beleuchtung, neuer Möblierung aus Abfalleimern und Geländern, seniorengerechter Sitzgelegenheiten wird umgesetzt. Dabei werden Teile der Anlage wieder auf die Planungsgrundsätze von Engelhardt zurückgeführt beziehungsweise ergänzt. Der Pavillon soll ebenfalls in neuem Licht erstrahlen und künftigen Veranstaltungen entsprechenden Raum geben. Die Bouleplätze werden in leicht veränderter Lage erhalten.

Emil Barth Zitatplatte

Das literarische Kunstprojekt „Emil Barth auf Schritt und Tritt“ des Haaners wolf de haan wird im Rahmen der neuen Pflasterung der Innenstadt realisiert.
Zunächst mit einem ersten Zitatstein im Eingang zum Park Ville d' Eu. Die Schriftplatten sind aus Tiefen-Basalt, geflammt 90 x 20 x 16 cm, keilförmig vertieft bearbeitet in der Schriftart „Grotesk“.

Der erste Stein wurde finanziert von der Wirtschaftsförderung der Stadt Haan mit einem Text aus Emil Barths Gedicht „Besuch in der Heimat“:

Wiederkehrend als Gast, eingeladen von meinem
Eigensten Heimweh, dem alles gehört, geh ich umher...

Emil Barth

Mit Baufortschritt des Innenstadtprojektes sind weitere Textplatten geplant. Dazu werden Sponsoren gesucht! Alle Zitate stammen aus Barths Werken und haben Bezug zu seiner Heimatstadt und meist unmittelbar zu den Plätzen im Innenstadtbereich wie auch am neuen Brunnen / Alter Markt.

Mit diesem „Walk of Fame“ für Emil Barth versucht wolf de haan, den „etwas“ in Vergessenheit geratenen und zu seiner Zeit keineswegs unbedeutenden Haaner Literaten ins öffentliche Bewusstsein zurück zu holen. Außerdem entwickelt sich so auch im Rahmen des Neanderlandsteigs ein lohnenswerter „Rundgang“ in der Stadt.