Zertifizierung „StadtGrün naturnah“ - Haan schließt Bestandsaufnahme ab
Mit einem Vor-Ort-Besuch, einer Exkursion durch das Stadtgebiet und einem Treffen der Lokalen Arbeitsgruppe ist ein wichtiger Meilenstein im Zertifizierungsprozess „StadtGrün naturnah“ erreicht.
Die Stadt Haan befindet sich derzeit im Zertifizierungsprozess für das Label „StadtGrün naturnah“ des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ (Kommbio). Ziel ist es, kommunale Grünflächen naturnäher, artenreicher und klimaresilienter zu entwickeln und die biologische Vielfalt im Stadtgebiet langfristig zu stärken.
Am 4. Mai 2026 fand dazu ein ganztägiger Vor-Ort-Termin statt. Gemeinsam mit Vertretern des Labelgebers wurde zunächst die bisherige Bestandserfassung besprochen. Anschließend führte eine Exkursion zu zahlreichen Grünflächen, Straßenräumen und Entwicklungsstandorten im Haaner Stadtgebiet. Am Abend kamen die Mitglieder der Lokalen Arbeitsgruppe, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung, sowie weitere Akteure zum gemeinsamen Austausch zusammen. Auch Bürgermeister Vincent Endereß nahm an dem Treffen teil und betonte die Bedeutung der Zertifizierung für die naturnahe und klimaresiliente Entwicklung der Stadt.
Die Exkursion zeigte, wie vielfältig das Stadtgebiet Haans bereits ist: Besichtigt wurden unter anderem extensive Wiesenflächen und Streuobstwiesen, die bewusst nur zweimal im Jahr geschnitten werden. So erhalten Pflanzen und Insekten genügend Zeit zur Entwicklung.
Auch das Sandbachtal wurde vorgestellt. Es hat sich dort seit Jahrzehnten weitgehend ungestört und natürlich entwickelt und ist heute ein besonderer Ort für Natur und Erholung. Beeindruckt zeigte sich auch Uwe Messer vom Labelgeber über die Totholzbäume, die der Betriebshof gezielt im Haaner Bachtal stehengelassen hat.
„Nur eine vielfältige Natur bleibt langfristig widerstandsfähig gegenüber dem Klimawandel und sichert unsere Lebensgrundlage“, so Marvin Slembeck, Klimaanpassungsmanager der Stadt Haan.
Dabei ging es unter anderem um die naturnahe Pflege kommunaler Flächen, die stärkere Information und Einbindung der Bürgerschaft, mögliche Kooperationen mit größeren Flächeneigentümern, die Weiterentwicklung extensiver Pflegekonzepte sowie Fragen der Grünschnittverwertung.
Ein wiederkehrendes Thema war die Bedeutung von Kommunikation: Naturnahe Grünflächen sehen nicht immer „klassisch gepflegt“ aus, erfüllen aber wichtige Funktionen für Artenvielfalt, Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität. Deshalb soll künftig noch stärker vermittelt werden, warum bestimmte Flächen extensiv gepflegt, seltener gemäht oder gezielt der natürlichen Entwicklung überlassen werden und worum es sich bei einem „Akzeptanzstreifen“ handelt.
Mit dem Abschluss der Bestandsaufnahme beginnt nun die nächste Phase des Prozesses. Die diskutierten Ansätze werden gemeinsam mit der Lokalen Arbeitsgruppe weiterentwickelt und in konkrete Maßnahmen überführt.
Die offizielle Zertifizierung im Rahmen des Labels „StadtGrün naturnah“ ist für September 2026 vorgesehen.
Weitere Informationen zum Label „StadtGrün naturnah“ finden Sie unter folgendem Link: https://kommbio.de/label/
Foto (Stadt Haan) : Im Feld v.l.n.r.: Marvin Slembeck (Klimaanpassungsmanager Stadt Haan); Joop van der Sande und Sven Kübler (AGNU); Dr. Uwe Messer und Alexander Pelzel (Kommbio); Maximilian Neu (Arborist Stadt Haan), Nicht im Bild: Jens Gabe (Amtsleitung - Amt für Umwelt, Freiflächen und Stadtgrün)