Wirtschaftlichkeitsüberprüfung mit ergänzten Kosten
Auf vielfachen Wunsch hat die Verwaltung auch Kosten außerhalb des eigentlichen Baubudgets des Rathausneubaus am Neuen Markt ermittelt und diese in einen erneuten Wirtschaftlichkeitsvergleich einfließen lassen:
Was zeigt der Wirtschaftlichkeitsvergleich?
- Der Wirtschaftlichkeitsvergleich stellt die Auswirkungen der Investitionen für den geplanten Neubau (einschließlich der nun weiteren aufgeführten Kosten) dem Weiterbetrieb der aktuellen Verwaltungsstandorte in eigenen und angemieteten Liegenschaften auf den Haaner Haushalt gegenüber.
- Dabei werden die in den nächsten 25 Jahren anfallenden hohen, notwendigen Instandsetzungskosten an allen städtischen Gebäuden und die dann weiterhin notwendigen Anmietungen hinsichtlich der Liquidität des Haaner Haushaltes mit den ebenfalls hohen Investitionskosten für den Neubau verglichen.
Im Ergebnis wird der Haaner Haushalt durch den Neubau um ca. 18 Mio Euro weniger belastet:
Wichtig zu wissen!
- Das historische Rathaus bleibt immer als Verwaltungsstandort erhalten!
- Der Wirtschaftlichkeitsvergleich berücksichtigt für die Kosten des Neubaus auch eine Belastung durch Zins und Tilgung über 25 Jahre mit 3,5 % pro Jahr.
- Kann die Stadt günstiger finanzieren, verbessert sich der Wirtschaftlichkeits-vergleich noch mehr.
- Auch die Instandsetzungskosten an den Bestandsgebäuden, die innerhalb der nächsten 25 Jahre zwingend anfallen würden, müssten wahrscheinlich Kredit-finanziert werden, wenn sich die Haushaltslage weiter so entwickelt. Da dies aber nicht seriös abzusehen ist, wurden hier keine Zinsbelastungen angesetzt. Der Vorteil eines Neubaus für die Liquidität des Haaner Haushaltes würden sich dann weiter erhöhen.
- Die Planung ist so weit, dass man nun mit der Ausschreibung beginnen könnte. Wenn das Rathaus so nicht gebaut wird, sind rund 3,8 Mio Planungskosten verloren und belasten den Haaner Haushalt sofort.
- Bei anderen Planungen müsste von vorne mit neuen Kosten geplant werden.
Wurde zu teuer geplant?
- Die Verwaltung hat den Rathausneubau technisch und städtebaulich auf der Grundlage mit großer Mehrheit gefasster politischer Beschlüsse weitsichtig und nachhaltig geplant, beispielsweise mit sehr guter Wärmedämmung, ohne Öl oder Gas zum Heizen, allein mit Wärmepumpen und Photovoltaik.
- Wer hier jetzt „billig“ baut zahlt im Betrieb drauf und kann das später nicht mehr ändern; das ist auch heute noch Konsens bei einer Mehrheit des Rates und Vorgabe an die Planungen der Verwaltung.
- Auf den ersten Blick erscheint die Neubauplanung sehr groß. Tatsächlich ist sie aber in der Bruttogeschossfläche etwa 10% kleiner als die heutigen Flächen von Verwaltung und VHS zusammen.
- Keiner kann voraussagen, wie sich Verwaltung entwickelt. Das Gebäude ist so geplant, dass Räume und ganze Etagen ohne hohe Kosten umgestaltet werden können. Wenn langfristig weniger Arbeitsplätze für die Verwaltung oder Räume für die VHS benötigt werden, können Teile abgetrennt und vermietet werden. Dafür ist es von Vorteil zwei aufgehende Baukörper zu haben, mit 4 Eingängen, fußläufig mitten in der Innenstadt von Haan, mit guter Anbindung an die Tiefgarage und den Nahverkehr. Moderne, energiesparende helle, barrierefreie Büroflächen lassen sich hier dann gut vermieten.
Ist der Standort zu teuer?
- Der Standort in der Innenstadt bietet viele Vorteile für ein Rathaus und die Haaner Bürgerschaft.
- Der Standort liegt „in der zweiten Reihe“; das schreckt manche Investoren ab.
- Die Verwaltung hat aber für alle „Probleme“ des Standortes gute Lösungen gefunden:
- Wenig Verkehr oberirdisch
- Nutzung der vorhandenen Tiefgaragen
- Kombination der ohnehin herzustellenden Zufahrten für Anwohnende aus alten Umlegungsbeschlüssen mit der Zufahrt zum neuen Rathaus.
- Auch andere Standorte weisen in der Regel Erschließungskosten auf, dann zusätzlich auch noch die Notwendigkeit neue Stellplätze zu schaffen.
Ist der Entwurf zu teuer?
- Der Architektenwettbewerb war auch darauf ausgelegt, einen wirtschaftlichen Entwurf für den Neubau zu erhalten.
- In dem zweistufigen, öffentlichen Verfahren konnte man verfolgen, wie sich in der zweiten Stufe der jetzige Entwurf gegenüber einem anderen, ebenfalls guten aber viel flächenintensiveren und teureren Entwurf durchgesetzt hat.
- Die nur unterirdisch verbundenen, freistehenden Baukörper des jetzigen Entwurfes bewirken, dass man durch das Rathaus hindurchgehen und -sehen kann; es entsteht ein neuer, fast ebenerdiger Weg von Park Ville d‘Eu zum Neuen Markt den kein „großer Klotz“ verstellt.
- Durch die zwei freistehenden Atrium-Häuser hat man aber auch mehr Bürofläche an den Fensterfassaden und weniger dunkle, nicht gut nutzbare Kernflächen.
- Fazit: Gute Architektur muss nicht unwirtschaftlich sein.