Gesundheit der Kinder steht im Mittelpunkt – Hintergründe zum Hinweisschild am Brunnen Neuer Markt
Die Stadt Haan informiert über die Hintergründe des am Brunnen (Neuer Markt) angebrachten Hinweisschildes, das darauf hinweist, dass der Brunnen nicht als Bade- oder Wasserspielbereich genutzt werden darf.
Viele Kinder und Familien haben den Brunnen am Neuen Markt an den vergangenen heißen Sommertagen zur Abkühlung genutzt. Das ist angesichts der hohen Temperaturen und des Wunsches nach einer schnellen Abkühlung mehr als verständlich. Gerade deshalb ist diese Entscheidung der Stadtverwaltung nicht leichtgefallen.
Für die Stadt Haan steht jedoch die Gesundheit der Kinder an erster Stelle. Der Brunnen ist als gestalterisches Wasserelement konzipiert und nicht als Bade- oder Wasserspielanlage. Anders als in Schwimmbädern oder eigens dafür vorgesehenen Wasserspielbereichen wird das Wasser nicht kontinuierlich aufbereitet und desinfiziert. Insbesondere bei den derzeit hohen Temperaturen können sich in unbehandeltem Wasser Keime und Mikroorganismen schneller vermehren. Gleichzeitig lässt sich die Wasserqualität in einer frei zugänglichen Brunnenanlage nicht dauerhaft kontrollieren und hygienisch sicherstellen. Zudem besteht bei der Nutzung als Spiel- und Badebereich ein erhöhtes Verletzungsrisiko, da die Anlage nicht für diesen Zweck ausgelegt ist. Aus Gründen des vorsorglichen Gesundheitsschutzes kann der Brunnen daher nicht als Bade- oder Wasserspielbereich genutzt werden.
Hinzu kommt, dass die anhaltende Trockenheit die Kommunen derzeit vor große Herausforderungen stellt. Bereits seit dem 24. Juni gelten im Kreis Mettmann Einschränkungen für die Nutzung der Naturfreibäder. Seit dem 2. Juli besteht zudem ein kreisweites Wasserentnahmeverbot.
Durch die intensive Nutzung in den letzten Tagen musste das Wasser der Brunnenanlage bereits einmal vollständig ausgetauscht werden. Dafür waren rund 25 Kubikmeter beziehungsweise 25.000 Liter Wasser erforderlich – das entspricht etwa 170 gefüllten Badewannen. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Trockenheit und der angespannten Wassersituation musste auch dieser Aspekt in die Entscheidung einbezogen werden, da ein derartiger Wasserverbrauch dauerhaft nicht verantwortbar ist.
Nicht zuletzt ist die Brunnentechnik in die Jahre gekommen. Die in den Brunnen eingetragenen Sandmengen können von der bestehenden Filtertechnik nicht ausreichend entfernt werden. Gleichzeitig wurde wiederholt Wasser aus der Anlage entnommen. Beides belastet die Pumpen- und Filtertechnik erheblich. Sollte die Anlage ausfallen, wären Reparaturen aufgrund ihres Alters nur noch eingeschränkt möglich. Im schlimmsten Fall droht ein vollständiger Ausfall der Brunnenanlage.
Die Stadt Haan weiß, dass diese Entscheidung für viele Kinder und Familien enttäuschend ist. Sie bittet zugleich um Verständnis dafür, dass der Schutz der Gesundheit und der Sicherheit oberste Priorität hat. Wo eine sichere Nutzung nicht gewährleistet werden kann, muss die Stadt im Interesse aller handeln.