Kinderrechte erlebbar machen: Deutsches Kinderhilfswerk und Stadt Haan planen Kinderrechtepfad
Mitglieder des Kinderparlaments präsentieren die Stationsschilder des neuen Kinderrechtepfads.
Das Deutsche Kinderhilfswerk und die Stadt Haan haben eine Vereinbarung zur Errichtung eines Kinderrechtepfads unterzeichnet. Der Pfad soll Kindern und Erwachsenen einen spielerischen und alltagsnahen Zugang zu den Themen der UN-Kinderrechtskonvention ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem das Recht auf Beteiligung, Schutz vor Gewalt und Benachteiligung, Förderung und Entwicklung sowie die Gleichbehandlung aller Kinder. Das Konzept orientiert sich an den bekannten Trimm-dich-Pfaden: An verschiedenen Stationen im öffentlichen Raum laden Schilder mit Informationen, Mitmachangeboten und kleinen Aufgaben dazu ein, Kinderrechte zu entdecken und zu erleben.
Als zertifizierte „Kinderfreundliche Kommune“ setzt sich die Stadt Haan bereits aktiv für die Rechte von Kindern und Jugendlichen ein. Mit der Auszeichnung verpflichtet sie sich, die Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention auf kommunaler Ebene umzusetzen und jungen Menschen gute Entwicklungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten zu bieten. Der Kinderrechtepfad ist ein weiterer sichtbarer Baustein dieses Engagements. Er macht Kinderrechte im öffentlichen Raum erlebbar und stärkt das Bewusstsein für ihre Bedeutung im Alltag.
„Für die praktische Durchsetzung von Kinderrechten muss sich die Grundhaltung Kindern gegenüber ändern. Wir brauchen die gesamte Gesellschaft, damit Deutschland ein kinderfreundliches Land wird. Kinder sind nicht einfach nur unsere Zukunft, sondern vor allem sind sie ein existenzieller Bestandteil des Hier und Jetzt. Mit dem ‚Kinderrechtepfad‘ möchten wir gemeinsam mit der Stadt Haan den Blick für die Kinderrechte schärfen und für die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention werben“, betont Kai Hanke, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.
Die Eröffnung des Kinderrechtepfads ist für das Frühjahr 2027 geplant. Die einzelnen Stationen werden dauerhaft im öffentlichen Raum installiert und erhalten ein einheitliches, wiedererkennbares Erscheinungsbild. Gemeinsam mit den Kindern des Kinderparlaments wurden geeignete Standorte ausgewählt, darunter das Rathaus, die Emil-Barth-Stadtbücherei und die Musikschule. An diesen Orten werden die Schilder künftig zu finden sein. So entsteht ein jederzeit zugängiges Lernangebot, das Familien, Kitas, Schulen und anderen Interessierten die Möglichkeit bietet, Kinderrechte gemeinsam zu entdecken und mit allen Sinnen zu erleben. Gleichzeitig wertet der Kinderrechtepfad den Aufenthalt im Freien pädagogisch auf und macht den Besuch von Parks oder Spielplätzen zu einem abwechslungsreichen und lehrreichen Erlebnis. Für Kommunen bietet das Konzept eine sichtbare Möglichkeit, ein Zeichen für Kinderrechte zu setzen.
Der Kinderrechtepfad besteht aus mehreren Stationen, die unterschiedliche Aspekte der Kinderrechte aufgreifen. Die von Teresa Linke gestalteten Schilder vermitteln jeweils eine kurze Einführung in das Thema und laden mit altersgerechten Spiel- und Lernangeboten zum Mitmachen ein. Die Aufgaben richten sich an Kinder vom Kleinkindalter bis ins Grundschulalter und verbinden Spaß mit altersgerechten Herausforderungen. Sie fördern Motorik, Sinneswahrnehmung, Erinnerungsvermögen, Fantasie und Kreativität ebenso wie Achtsamkeit, Empathie und Rücksichtnahme. Gleichzeitig regen sie dazu an, über die Bedeutung von Kinderrechten im Alltag nachzudenken und deren Bezug zum unmittelbaren Lebensumfeld der Kinder zu erkennen.