Frauen aus Haan und Umgebung packen die energetische Sanierung Ihrer Häuser an
Bei vielen Sanierungsprojekten steht früher oder später die Heizungsanlage im Mittelpunkt. Wer eine neue Heizung plant, hat heute zahlreiche Möglichkeiten, Wärme klimafreundlich zu erzeugen – Raumwärme wie auch Warmwasser.
Am 16. Juni kamen im Rahmen der interkommunal organisierten „Energ(et)isch anpacken“-Workshopreihe mit der Verbraucherzentrale NRW Frauen aus Haan, Hilden und Erkrath im Ladenlokal mitte.haan zum Thema „Mit Sicherheit erneuerbar heizen“ zusammen, um sich fit für die Energie- und Wärmewende im eigenen Haus zu machen. Fragen standen im Raum wie „Wir wohnen in einem alten Haus mit einer alten Heizung. Und wir fragen uns, was wir machen, wenn die ausfällt?“ oder „Lohnt es sich, PV aufs Dach zu bauen?“ Petra Getto und Isabelle Uebach führten durch den Abend und standen als erfahrene Energieberaterinnen der Verbraucherzentrale als neutrale Stelle mit qualifizierten Antworten und Ratschlägen bereit.
Zum Einstieg gab es eine kleine Kennlernrunde. Aus dem Teilnehmerinnenkreis berichteten viele, dass sie noch mit einer Öl- oder Gasheizung ihr Heim durch den Winter bringen. Eine Teilnehmerin hatte bereits vor zehn Jahren eine geförderte Sanierung durchgeführt und kam mit den Fragen „Wie geht es jetzt weiter? Was ist wirklich sinnhaft zu tun?“ in den Termin. Eine andere Teilnehmerin nahm unter anderem mit der Motivation teil, sich in ihrer männlich dominierten und teils technikaffinen Eigentümerversammlung nicht überstimmen zu lassen und gut informiert mitdiskutieren zu können.
Bestandteil des folgenden Inputs von Petra Getto und Isabelle Uebach waren Empfehlungen dazu, was die Teilnehmerinnen beim anstehenden Heizkörpertausch im Hinblick auf die zukünftige Umrüstung ihrer derzeit noch fossilen Heizungen berücksichtigen sollten.
Auch wurden Faktoren für eine richtig eingestellte Heizkurve sowie der Umgang mit der Vorlauftemperatur besprochen. In diesem Rahmen wurde auch der „50 °C Test“ besprochen.
Der Test simuliert den Betrieb einer Wärmepumpe, indem die Vorlauftemperatur der bestehenden Heizung reduziert wird, um deren Effizienz zu prüfen. Die Heizkurve der bestehenden Heizung wird so angepasst, dass die Vorlauftemperatur 50 bis maximal 55 °C nicht überschreitet. Alle Heizkörper-Thermostate werden gleichermaßen aufgedreht und in den folgenden kalten Tagen des Testlaufs wird beobachtet, ob alle Räume ausreichend warm bleiben. Ist dies der Fall, dann ist das Gebäude sehr wahrscheinlich für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe geeignet. Die Heizkurve kann dauerhaft so eingestellt bleiben, was Wärmeverluste reduziert und Energiekosten spart. Wenn die Räume nicht ausreichend warm werden, können kleinere Optimierungen wie ein hydraulischer Abgleich, größere Heizkörper oder Dämmmaßnahmen erforderlich sein. Der 50 °C Test ist eine einfache Eigenprüfung, die ohne Fachwissen oder Unterstützung von außen durchgeführt werden kann.
Grundsätzlich empfiehlt die Verbraucherzentrale zur Optimierung der bestehenden Heizung, die Zählerstände regelmäßig zu kontrollieren, die Heizungsrohre zu dämmen, die Heizkurve einzustellen sowie voreinstellbare Thermostatventile und eine Hocheffizienzpumpe einzubauen. Bei einer neuen Heizung oder bei Dämmung der Gebäudehülle sollte immer ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.
Im weiteren Verlauf des Workshops wurde die Funktionsweise einer Wärmepumpe erklärt und unter den Frauen fand auch ein Erfahrungsaustausch zum Umgang mit Handwerkern und Energieberatenden statt.
Im Rahmen des abendlichen Workshops haben die teilnehmenden Frauen verschiedene Systeme kennengelernt, mit denen sich Gebäude mit erneuerbaren Energien beheizen lassen, und erfahren, welche Voraussetzungen Gebäude mitbringen sollten, welche Kombinationen möglich sind und welche Aspekte bei der Planung einer neuen Heizlösung wichtig sind. Alle sind mit neuen Informationen und Erkenntnissen im Gepäck nach Hause gegangen. Auch die Verbraucherzentrale NRW und die Stadt Haan, hier Nicole Krengel als Gleichstellungsbeauftragte und Janine Müller als Leiterin der Abteilung für Umwelt, Klima und Mobilität, freuen sich über die positive Resonanz und rege Beteiligung. An Folgeformaten wird bereits gearbeitet.
Schauen Sie sich gerne auch das Video an:
- MP4-Datei: (27.3 MB)