Sprungziele
Inhalt

Königgrätzer Straße

Benannt nach dem Ort Königgrätz in Böhmen. Hier fand am 3. Juli 1866 die Entscheidungsschlacht im Deutschen Krieg statt mit einem kriegsentscheidenden Sieg der Preußen über die österreichisch-sächsische Armee. Zwischen 52.000 und 53.000 Soldaten starben, wurden verwundet, vermisst oder gefangen genommen.

  • Datum der Benennung: vor 1905
  • Begründung der Benennung: nicht bekannt

Historischer Hintergrund

Hintergrund der Schlacht bei Königgrätz ist der Deutsche Krieg des Jahres 1866, in dem sich Preußen und Österreich, beide Mitglieder des Deutschen Bundes, gegenüberstanden. Im Deutschen Bund herrschte jahrzehntelang ein labiles Gleichgewicht zwischen den sich gegenseitig misstrauenden Rivalen Preußen und Österreich. Nach dem gemeinsam gegen Dänemark geführten Deutsch-Dänischen Krieg 1864, regelte eine Vereinbarung die Verwaltung der von Dänemark übernommenen Herzogtümer Schleswig und Holstein.

Die Friedensregelungen führten in der Folge zu Streitigkeiten zwischen Preußen und Österreich und schließlich am 7. Juni 1866 zum Einmarsch preußischer Truppen in das von Österreich verwaltete Holstein. Preußen trat außerdem aus dem Deutschen Bund aus. Zwei Wochen später überschreiten preußische Soldaten die Grenze Böhmen, das ein Teil Österreichs war. Am 3. Juli besiegten preußische Truppen die verbündeten Armeen Österreichs und Sachsens in der Schlacht bei Königgrätz.

Königgrätz war die bis dahin größte Schlacht der Kriegsgeschichte. Drei preußische Armeen mit über 200.000 Soldaten standen einer fast ebenso hohen Zahl österreichischer und sächsischer Soldaten gegenüber. Die Schlacht wird als Wendepunkt der Militärgeschichte angesehen. Der Wandel in den militärischen Strukturen trug in erheblichem Maße zum Kriegsausgang bei. Die preußische Armee war durch verschiedene Maßnahmen zur modernsten Streitkraft ihrer Zeit geworden. Das österreichische Heer war schlecht ausgerüstet und veraltet organisiert. Zum letzten Mal kam es auch zum kriegsentscheidenden Einsatz der Kavallerie. Zwischen 52.000 und 53.000 Soldaten verloren ihr Leben, galten als vermisst, wurden verwundet oder gefangen genommen.

Der Prager Friedensvertrag, der im August geschlossen wurde, besiegelte die Auflösung des Deutschen Bundes. Österreich schied aus dem deutschen Staatengefüge aus. . Schleswig und Holstein wurden zur preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Preußen hatte freie Hand zur Einigung Norddeutschlands bis zur Mainlinie unter seiner Führung

Zusammen mit dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 bildeten der Deutsch-Dänische Krieg 1864 und der Deutsche Krieg 1866 Stationen auf dem Weg zur Vormachtstellung Preußens und in der Folge zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs.

Quellen

Dorlis Blume: Chronik des Jahres 1866.
LeMO Jahreschronik - Chronik 1866 
© Deutsches Historisches Museum, Berlin
5. September 2014
Text: CC BY NC SA 4.0

Arnulf Scriba: Der Deutsche Krieg 1866.
LeMO Kapitel - Reaktionszeit - Deutscher Bund und "nationale Frage" - Deutscher Krieg 1866 
© Deutsches Historisches Museum, Berlin
6. September 2014
Text: CC BY NC SA 4.0

Christopher Jütte, Marcel Kellner, Charlotte Röttger: Die Schlacht bei Königgrätz 1866.
LeMO - Lebendiges Museum Online Rückblick - Die Schlacht bei Königgrätz 1866 
© Deutsches Historisches Museum, Berlin
15. Februar 2016
Text: CC BY NC SA 4.0

Arnulf Scriba: Die Schlacht bei Königgrätz 1866.
LeMO Kapitel - Reaktionszeit - Deutscher Bund und "nationale Frage" - Königgrätz 1866 
© Deutsches Historisches Museum, Berlin
6. September 2014
Text: CC BY NC SA 4.0

Bergischer Geschichtsverein Haan e. V.: Königgrätzer Straße