Alsenstraße
Benannt nach der dänischen Insel Alsen und dem vorgelagerten Alsensund. Die Landung preußischer Truppen auf der Insel am 29. Juni 1864 besiegelte den deutschen Sieg im Deutsch-Dänischen Krieg 1864. 3.500 Soldaten starben, wurden verwundet oder gefangen genommen.
- Datum der Benennung: vor 1905
- Begründung der Benennung: nicht bekannt
Historischer Hintergrund
Hintergrund der Eroberung der Insel Alsen durch preußische Truppen ist der Deutsch-Dänische Krieg des Jahres 1864. Dieser Krieg war ein Konflikt um die Herzogtümer Schleswig und Holstein. Holstein gehörte zum Deutschen Bund, Schleswig war dänisches Reichslehen; beide Herzogtümer wurden vom dänischen König „mitregiert“. Da die günstige Lage zwischen Nord- und Ostsee die Region zum ewigen Zankapfel zwischen Dänemark und dem Deutschen Bund mit seinen führenden Mächten Preußen und Österreich machte, wurde 1852 im „Londoner Protokoll“ ausdrücklich festgelegt, das Herzogtum Schleswig dürfe nicht dem dänischen Staatsgebiet einverleibt werden. Dänemark sagte dies zu.
Drei Tage nach dem Tod des dänischen Königs Friedrich VII. am 15. November 1863 unterzeichnete sein Nachfolger Christian IX. eine neue Verfassung, die das Herzogtum Schleswig in den dänischen Staatsverband eingliederte und so mit dem „Londoner Protokoll“ brach. Truppen des Deutschen Bundes aus Sachsen und Hannover rückten am 7. Dezember in das Herzogtum Holstein ein. Preußen und Österreich hingegen stellten dem dänischen König Mitte Januar 1864 ein Ultimatum zur Rücknahme der neuen Verfassung. Das Ultimatum verstrich, woraufhin die beiden Staaten am 1. Februar 1864 Dänemark den Krieg erklärten und sofort in Schleswig einmarschierten.
Die entscheidende Schlacht des Krieges fand an den Düppeler Schanzen statt, einer dänischen Festungsanlage an der Flensburger Förde. Die dänische Armee verschanzte sich dahinter und wurde von den Preußen belagert. Am 18. April 1864 gelang es den preußischen Truppen nach mehrstündigem Beschuss, die Düppeler Schanzen zu erstürmen. Ein kurzer blutiger Nahkampf mit Bajonetten und Gewehren folgte, dann waren die dänischen Truppen besiegt. Etwa 1.000 Soldaten auf beiden Seiten starben, der Krieg war im Grunde entschieden. Dennoch gingen die Kämpfe weiter. Eine Konferenz der Großmächte in London von April bis Juni zur Vermittlung zwischen den Kriegsparteien verlief ergebnislos. Der Krieg wurde fortgeführt. Am 28./29. Juni gelang den Preußen der Übergang über den Alsensund, eine etwa acht Kilometer lange und 500 Meter breite Meerenge zwischen dem Festland und der Insel Alsen. Die Kämpfe forderten noch einmal um die 3.500 Tote, Verwundete und Gefangene. Mit der Landung auf der strategisch wichtigen dänischen Insel Alsen war der deutsche Sieg nicht mehr abzuwenden.
Im Juli wurde ein Waffenstillstand unterzeichnet. Am 30. Oktober 1864 beendete der Frieden von Wien den Deutsch-Dänischen Krieg. Dänemark musste die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an Preußen und Österreich abtreten und verlor damit ein Drittel seiner Fläche und fast eine Million Einwohner.
Quellen
https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/1-Februar-1864-Der-Deutsch-Daenische-Krieg-beginnt,deutschdaenischerkrieg100.html von Carina Werner, Stand: 01.06.2021 15:15 Uhr, NDR
Dorlis Blume: Chronik des Jahres 1863.
LeMO Jahreschronik - Chronik 1863
© Deutsches Historisches Museum, Berlin
6. September 2014
Text: CC BY NC SA 4.0
Dorlis Blume: Chronik des Jahres 1864.
LeMO Jahreschronik - Chronik 1864
© Deutsches Historisches Museum, Berlin
6. September 2014
Text: CC BY NC SA 4.0
Burkhard Asmuss: Die Erstürmung der Düppeler Schanzen 1864.
LeMO Kapitel - Reaktionszeit - Deutscher Bund und "nationale Frage" - Düppeler Schanzen 1864
© Deutsches Historisches Museum, Berlin
15. Mai 2010
Text: CC BY NC SA 4.0
Arnulf Scriba: Der Deutsch-Dänische Krieg 1864.
LeMO Kapitel - Reaktionszeit - Deutscher Bund und "nationale Frage" - Deutsch-Dänischer Krieg 1864
© Deutsches Historisches Museum, Berlin
6. September 2014
Text: CC BY NC SA 4.0
Bergischer Geschichtsverein Haan e. V.: Alsenstraße