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Erläuterungen zur Aufstellung der 2. Änderung des Bebauungsplans Nr.7 „Neubau Gymnasium“, § 2 Absatz 1 BauGB

Ausgangssituation

Der Standort des Haaner Gymnasiums befindet sich am nördlichen Rand des Haaner Stadtgebiets im Hangbereich des im Landschaftsplan des Kreises Mettmann als Landschaftsschutzgebiet (LSG) festgesetzten Hühnerbachtals. Die Gebäude reichen zusammen mit den dazu gehörenden Außensportanlagen weit in den naturnahen Talraum hinein. Der zur Adlerstraße ausgerichtete Schulhof dient gleichzeitig als Parkfläche für die Veranstaltungen der Schule und der Versammlungsstätte. Als solcher ist er ständig überlastet, bietet keinen Platz für Spielgeräte bzw. für eine Kind- / Jugendgerechte Gestaltung. Die Ausrichtung zur Wohnbebauung sowie die zu geringen Parkkapazitäten führen zu Konflikten mit der Nachbarschaft.

Nach der Sanierung der Turnhalle in den Jahren 2012 und 2013 wurde deutlich, dass der finanzielle Aufwand für die dringend erforderliche Sanierung des Gymnasiums dem eines Neubaus zumindest gleich kommen würde. Da die Gebäude auch nach einer Sanierung auf Grund ihrer Raumstruktur nicht mehr die Anforderungen an einen zeitgemäßen Schulbetrieb erfüllen würden, fiel die Entscheidung für einen Neubau. Nach intensiver Prüfung von Standortalternativen innerhalb des Haaner Stadtgebiets verblieb letztendlich der Standort an der Adlerstraße als optimal und ohne gleichwertige Alternative.

Plangebiet der 2. Änderung des Bebauungsplans Nr. 7 „Neubau Gymnasium“:

Stadtkarte
© Kreis Mettmann, CC-BY 4.0 


Bestehendes Planungsrecht und Anlass der Planung

Der Flächennutzungsplan stellt den Geltungsbereich des Bebauungsplans Nr. 7 als Fläche für den Gemeinbedarf, Zweckbestimmung „Schule“, „Sportanlage“, „Spielplatz“, Kategorie „A“ sowie als „öffentliche Parkfläche“ dar. Die nördlich an das Schulgrundstück angrenzenden Flächen sind als Wald bzw. als Grünfläche, Zweckbestimmung „Parkanlage“ dargestellt.

Die Fläche des Fahrwegs „Horstmannsmühle“ liegt innerhalb des Geltungsbereichs des Landschaftsplans Kreis Mettmann; das nördlich anschließende Außensportgelände liegt sogar innerhalb des LSG „Oberlauf des Hühnerbaches“.

Der Bebauungsplan Nr. 7 aus dem Jahre 1965 wurde aufgestellt, um ein Schulgebäude für eine Realschule zu errichten. Hierfür setzt der Bebauungsplan ein Allgemeines Wohngebiet (WA), überlagert mit der Festsetzung einer Fläche für den Gemeinbedarf, „Schulgrundstück“ fest. Nördlich der Adlerstraße setzt der Bebauungsplan ein Reines Wohngebiet (WR) zur Errichtung von Wohngebäuden fest.

1967 wurde im Rahmen der 1. Änderung der westliche Teil dieses WR-Gebiets dem Schulgrundstück zugeschlagen, um dem vergrößerten Raumbedarf zur Errichtung des nunmehr vorgesehenen Gymnasiums Rechnung zu tragen. Der Bau des Gymnasiums erfolgte schließlich unter erheblicher Überschreitung der mit der 1. Änderung festgesetzten überbaubaren Fläche, ja sogar des gesamten Plangeltungsbereichs.

Es ist abzusehen, dass auch bei einem Neubau Flächen außerhalb des heutigen Bebauungsplans Nr. 7 in Anspruch genommen werden müssen (Außenbereich gemäß § 35 BauGB). Auch sind die im LSG gelegenen Flächen der Sportanlage in die Planung mit einzubeziehen. Weitere Belange, wie z. B. der Artenschutz sind nach den heute gültigen Rechtsnormen abzuhandeln. Der alte Bebauungsplan Nr. 7 scheidet somit als Rechtsgrundlage für das Vorhaben aus. Deshalb ist auf Grundlage der Hochbauplanung für den Gymnasium-Neubau der Bebauungsplan Nr. 7 im Rahmen seiner 2. Änderung insgesamt neu aufzustellen.


Ziele und Inhalte der Planung

Mit der 2. Änderung des Bebauungsplans Nr. 7 sollen die bauplanungsrechtlichen Grundlagen für die Umsetzung des Gymnasium-Neubaus geschaffen werden. Regelungsbedarf besteht hierbei auch für die nördlich anschließenden Flächen, auf denen sich ebenfalls bereits heute Gebäude des Gymnasiums, außerdem der Fahrweg „Horstmannsmühle“ sowie das Außensportgelände des Gymnasiums befinden. Aus diesem Grunde wird das Plangebiet um diese Flächen erweitert. Im Gegenzug können Flächen aus dem bisherigen Geltungsbereich heraus genommen werden, für welche nach den heutigen Gegebenheiten kein Planungserfordernis mehr besteht (Verkehrsfläche der Adlerstraße, eine Waldfläche im Nordwesten und zwei bebaute Wohngrundstücke im östlichen Geltungsbereich).

Konzeption der Hochbauplanung

Aus dem pädagogischen und organisatorischen Konzept des Gymnasiums heraus wurde ein Raumprogramm entwickelt. Die hieraus entwickelte Vorplanung („Massenmodell“) sieht einen kompakten Baukörper mit rautenförmiger Grundfläche vor: Dieser ist, von der östlichen Grundstücksecke ausgehend, Südost - Nordwest ausgerichtet. Die energetisch vorteilhafte Konzeption ermöglicht eine entsprechend geringe Grundfläche, so dass der Neubau bei laufendem Schulbetrieb (in den vorerst verbleibenden Atriumgebäuden) auf der Fläche des heutigen Ostflügels (Aula) errichtet werden kann und Ausweichquartiere gespart werden.

Die Atriumgebäude werden nach Fertigstellung des Neubaus abgebrochen und der Bereich zur Schulhoffläche mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der Hanglage umgestaltet und terrassiert. Es werden so zusätzliche Flächen für das Parken, aber auch für die Anordnung von Spiel- und Aufenthaltsmöbel gewonnen; die Begrünung aus dem Bachtal könnte in das Freigelände des Schulhofs hinein gezogen werden. Die Qualität der unteren Geschosse würde durch die Anbindung an das terrassierte Gelände mit freiem Blick in das Bachtal aufgewertet.

Die derzeit im Landschaftsschutzgebiet gelegene Außensportanlage soll aufgegeben und zurückgebaut werden. Funktionen dieser Fläche sollen teilweise in die neue Schulhofgestaltung integriert, im Wesentlichen aber durch die sanierte Sportanlage Deller Straße übernommen werden.

Natur- und Landschaftsschutzrechtliche Belange

Da die Planung sich auch auf Außenbereichsflächen, teilweise auch auf Flächen des LSG erstreckt, sind im Bauleitplanverfahren die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung und der Artenschutz gem. § 1 (6) Nr. 7a BauGB abzuarbeiten. Mit dem Rückbau der im LSG gelegenen Außensportanlage kann die ursprüngliche Talaue renaturiert und somit ein besonders effektiver, naturschutzrechtlicher Ausgleich am Eingriffsort realisiert werden.

Stand des Verfahrens

Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB fand am 24.03.2015 statt. In der Zeit vom 16.03.2015 bis zum 03.04.2015 konnten die Unterlagen im Amt für Stadtplanung und Bauaufsicht der Stadt Haan zudem eingesehen werden. Die frühzeitige Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gem. § 4 Abs. 1 BauGB erfolgte mit Schreiben vom 24.02.2015 mit Fristsetzung zur Abgabe einer Stellungnahme bis zum 03.04.2015.

Nach Anfertigung der erforderlichen Fachgutachten (Landschaftspflegerischer Fachbeitrag, Artenschutz, Altlasten, Schall) wurde die Bauleitplanung unter Berücksichtigung der bisherigen Ergebnisse der Beteiligungsverfahren erarbeitet.

Detaillierte Angaben und verschiedene Planungsunterlagen zum Download finden Sie auf der folgenden Seite >>>